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Während der Aussetzung des Arbeitsvertrags kann nur die Verletzung der Treuepflicht, die während dieser Aussetzung verbleibt, die Kündigung des Arbeitnehmers wegen schwerwiegenden Pflichtverletzung begründen

Gemäß Artikel L. 1226-9 des französischen Arbeitsgesetzbuches kann ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsvertrag aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ausgesetzt ist, nur bei grobem Fehlverhalten oder bei Unmöglichkeit der Fortsetzung des Arbeitsvertrags gekündigt werden.

In einer am 20. Februar 2019 veröffentlichten Entscheidung stellte der französische Kassationshof fest, dass in einem solchen Fall das grobe Fehlverhalten des Arbeitnehmers während der Aussetzung seines Arbeitsvertrags nur dann charakterisiert werden kann, wenn der Arbeitnehmer seine Loyalitätspflicht, die einzige vertragliche Verpflichtung, die während der Aussetzung des Arbeitsvertrags fortbesteht, nicht erfüllt.

In diesem Fall hatte sich der Arbeitnehmer, ein professioneller Basketballspieler, geweigert, während seines Krankenstandes, die vom Mannschaftsarzt vorgeschriebenen physiotherapeutischen Sitzungen zu befolgen.

Der Arbeitnehmer behauptete, dass die Beendigung seines Arbeitsvertrags wegen schweren Fehlverhaltens nicht gerechtfertigt sei. Der französische Kassationshof wies seine Klage mit der Begründung zurück, dass die Besonderheit der Pflichten eines Profisportlers es erforderlich macht, dass der Arbeitnehmer im Fall einer Verletzung sich zur Wiederherstellung seines körperlichen Potentials behandeln muss. Ein Mitarbeiter, der das Behandlungsprotokoll nicht einhält, verletzt seine Treuepflicht, was die Fortsetzung des Arbeitsvertrags unmöglich macht.

Nur die Treuepflicht, die während der Aussetzung des Arbeitsvertrags fortbesteht (und die je nach Aufgaben des Arbeitnehmers unterschiedlich charakterisiert werden kann), kann eine Kündigung wegen schwerwiegender Pflichtverletzung wirksam rechtfertigen, da die anderen vertraglichen Verpflichtungen des Arbeitnehmers ausgesetzt werden.