Blog

Klärung der Bedingungen für die Zahlung von Überstunden

Mit Urteil vom 14. November 2018 hat der französische Kassationshof die Bedingungen zusammengefasst, unter denen ein Arbeitnehmer Anspruch auf Zahlung von Überstunden hat.

Im vorliegenden Fall hatte ein Arbeitnehmer wegen unbezahlten Überstunden und Mobbing gekündigt.

Der Arbeitgeber beschwerte sich, dass das Berufungsgericht ihn zur Zahlung von Überstunden verurteilt hatte, obwohl der Arbeitnehmer sich vertraglich verpflichtet hatte, vor Durchführung von Überstunden die vorherige Genehmigung des Arbeitgebers einzuholen. Diese zweite Bedingung war in diesem Fall jedoch erfüllt.

Der französische Kassationshof weist das Argument des Arbeitgebers zurück, indem er erklärt, dass ein Arbeitnehmer die Vergütung für geleistete Überstunden verlangen kann, entweder wenn eine zumindest implizite Zustimmung des Arbeitgebers vorliegt oder wenn festgestellt wird, dass die Erfüllung dieser Stunden durch die ihm übertragenen Aufgaben erforderlich war.

Wenn ein Arbeitnehmer also nicht in der Lage ist, die zumindest implizite Zustimmung des Arbeitgebers im Rahmen eines Antrags auf Zahlung von Überstunden nachzuweisen, erkennt der französische Kassationshofs dennoch die Möglichkeit zu beweisen, dass diese Stunden durch die übertragenen Aufgaben und die Arbeitsbelastung des Arbeitgebers erforderlich waren.

Französicher Kassationshof, 14 November 2018, N°17-16959