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Keine Entschädigung für die Kündigungsfrist bei schwerwiegendem Fehlverhalten, außer wenn der Arbeitsvertrag günstiger ist

Wird ein Arbeitnehmer wegen schwerwiegender Pflichtverletzung gekündigt, hat er grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Entschädigung für die Kündigungsfrist (Art. L. 1234-1 des französischen Arbeitsgesetzbuches).

Der französische Kassationshof hat jedoch in einer kürzlich ergangenen Entscheidung präzisiert, dass diese Regel ohne eine günstigere Bestimmung im Arbeitsvertrag anwendbar ist.

In dem vorliegenden Fall sah der Arbeitsvertrag eine Kündigungsfrist für den Fall der Beendigung des Vertrags durch eine der Parteien vor, ohne Unterscheidung nach dem Grund der Kündigung zu machen.

In der Praxis, sofern die Dauer der Kündigungsfrist nicht erwähnt oder auf die gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen verwiesen wird, sollte im Arbeitsvertrag festgelegt werden, dass die Kündigungsfrist im Falle der Beendigung des Arbeitsvertrags bei grober Fahrlässigkeit oder grobem Fehlverhalten des Arbeitnehmers nicht anwendbar ist.

Französicher Kassationshof, 20. März 2019, N°17-26.999