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Arbeitsunfähigkeit: Die Wiedereingliederungspflicht gilt nicht für Lehrlinge

Französischer Kassationshof, 9. Mai 2019, n°18-10618

Obwohl das „Gesetz über die berufliche Zukunft“ Nr. 2018-771 vom 5. September 2018 die Anwendung der Wiedereingliederungspflicht auf die vom Arbeitsarzt erklärte unfähige Lehrlinge ausdrücklich ausschließt, war die Frage bezüglich der Verträge, die vor dem 1. Januar 2019 (Datum des Inkrafttretens dieses Gesetzes) abgeschlossen wurden, noch offen.

Mit Urteil vom 9. Mai 2019 hat der französische Kassationshof diese Frage beantwortet, indem er entschieden hat, dass der Arbeitgeber im Fall der vom Arbeitsarzt erklärten Unfähigkeit eines Lehrlings, nicht verpflichtet ist, eine Wiedereingliederungsmöglichkeit für ihn zu suchen oder nach Ablauf eines Monats nach dem Wiederaufnahmebesuch die Lohnzahlung wieder aufzunehmen.

Somit sind die Regeln hinsichtlich der Wiedereingliederungspflicht des vom Arbeitsarztes erklärten unfähigen Lehrling einheitlich, unabhängig vom Zeitpunkt des Abschlusses des Lehrlingsvertrages.